Detailwissen über...

Vergangenheit bestimmt Gegenwart und Gegenwart bestimmt Zukunft. So einfach ist das...?


Zwischen Vergangenheit, also früher getroffenen Entscheidungen, der Gegenwart und zukünftigen Ereignissen besteht ein wissenschaftlich beschreibbarer Zusammenhang, der allerdings bei weitem nicht so direkt ist, wie wir üblicherweise annehmen...

 Ausgangssituation

Mit der inzwischen umfassend anerkannten "allgemeinen Relativitätstheorie" sind auch die Begriffe Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wissenschaftlich beschrieben (zumindest in dem Kontext in dem wir uns bewegen). [mehr...] Jedes Ereignis hat demnach im vierdimensionalen Raum-Zeit Kontinuum einen "Vergangenheitslichtkegel" einen Gegenwartspunkt und einen "Zukunftslichtkegel". Vereinfacht gesagt, lässt sich wissenschaftlich eindeutig beweisen, dass unterschiedlichste "Vergangenheiten" zu unserm aktuellen Gegenwartspunkt geführt hätten und eine gegenwärtige Entscheidung viele unterschiedliche "Zukünfte" aber nicht jede zur Folge haben kann. Schicksal als bestimmender Faktor von Ereignissen scheidet also aus wissenschaftlicher Sicht aus.

Wissenschaftlich Bestand hat, jedoch, die Kausalität von Ereignissen. Wir können also ziemlich genau sagen, welchen Weg die Zeit von der Vergangenheit bis zur Gegenwart genommen hat und, was viel wichtiger ist, wir können auch einigermassen sicher sagen warum. Das erlaubt uns eine Aussage darüber, welche anderen Wege und damit "Gegenwarten" möglich gewesen wären. Der bekannte Spruch "Hinterher sind wir immer schlauer" beschreibt dies sehr treffend.

Zukunft ist also weder Schicksal - dann könnten wir uns Entscheidungen sparen - noch vollkommen unbestimmbar - dann könnten wir auch würfeln - sondern eine Kette von kausal zusammenhängenden Ereignissen, die jeweils eine begrenzte Anzahl von weiteren Ereignissen zur Folge haben können. Die Form des Kegels für die Vergangenheiten und Zukünfte hat, jedoch, zur Folge, dass die Anzahl von Möglichkeiten exponentiell mit ihrer zeitlichen Entfernung zunimmt.

 Konsequenz

Zwei Konsequenzen ergeben sich aus dieser unwiderlegbaren Situation. 

  1. Die Kausalität von Ereignissen bedeutet, dass wir einen Grund feststellen können, warum ein Ereignis ein anderes ausgelöst. Anders herum gedeutet hat sich eine Ereigniskette auf eine uns bekannte Art und Weise verhalten. Damit können wir davon ausgehen, dass bei vergleichbaren Ausgangsbedingungen ein vergleichbares Ereignis in der Zukunft eine gleiche oder ähnliche Ereigniskette auslösen wird. Die Fähigkeit solche Muster zu erkennen nennt man Wissen. Mit unendlichem Wissen wären wir also in der Lage präzise die vollständige Zukunft (in unserem Zukunftslichtkegel) vorherzusagen.
  2. Je weiter entfernt in der Zukunft das Ziel für einen Entscheidungsprozess liegt, desto komplexer wird die "Mustererkennung". Es ist also klüger, Entscheidungen nicht auf die "lange Bank" zu schieben, sondern lieber öfter über "naheliegendere" Dinge zu entscheiden.