Detailwissen über...

"Wissen ist Macht" oder "viele Köche verderben den Brei". Wissenswertes zum optimalen Entscheidungsprozess.


Könnten wir immer alles verfügbare Wissen für Entscheidungen nützen, wären Fehlentscheidungen nahezu ausgeschlossen. Allerdings würde dann nie eine Entscheidung zustande kommen, weil der Entscheidungsprozess viel zu lange dauern würde.

 Ausgangssituation

Je komplexer ein Sachverhalt bei einer Entscheidung ist, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir bei dessen Beurteilung gar keine Chance haben, alle Facetten wahrzunehmen. Es entgeht uns vieles. Das hat zwei Gründe.

  1. Es fehlt uns die Zeit, den Sachverhalt umfassend zu analysieren.
  2. Wir haben nicht das notwendige Wissen, um bestimmte Aspekte des Sachverhalts ausreichend gut zu verstehen und beurteilen zu können.
 Prinzipieller Lösungsansatz

 Die einzige Möglichkeit, das Komplexitätsdilemma zu lösen ist ausreichend Wissen. Haben wir alleine dieses Wissen nicht, müssen wir weitere "Wissensträger" in den Entscheidungsprozess einbeziehen. In der Realität gibt es verschiedene Lösungsvarianten für die Frage wie die Wissensträger in den Entscheidungsprozess einbezogen werden.

  1. Die Zugehörigkeitsvariante - Die Zugehörigkeit zur richtigen Organisation (politische Partei, Religion, Geschlecht, Abteilung etc.) bestimmt die Frage, ob ein Wissensträger am Entscheidungsprozess teilnehmen kann.
  2. Die "Viel hilft viel" Variante - Jeder erdenkliche Experte wird hinzugezogen. Das erfordert in der Regel eine Veranstaltung und einen Ort, um die Experten an einen Tisch zu bringen - also eine Konferenz -.
  3. Die Arbeitsgruppen Variante - es werden diverse Arbeitsgruppen gebildet, die bestimmte Sachverhalte, Probleme und Fragestellungen der zu treffenden Entscheidung getrennt voneinander bearbeiten und ihr Ergebnis an einer Stelle abliefern (Unternehmensführung, Top -Management, Vorstand )
  4. Die Google-Variante - In der jüngeren Vergangenheit ist auch bei wichtigen Entscheidungen durchaus diese Variante zu finden. Im Internet werden täglich Petabyte (10 hoch 17 Byte) von Daten gespeichert. Mit der richtigen Suchstrategie, lassen sich zu praktisch allen Fragestellungen Antworten finden.
  5. Die "Publikumsfragen"-Variante - Die meisten von uns haben diese Variante in Fernsehgewinnspielen wie "Wer wird Millionär" bereits gesehen. Das Publikum wählt durch Abstimmung die Antwort auf eine Frage aus - und hat fast immer recht -.

Sobald sich bei Entscheidern die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass ein Entscheidung, die man alleine trifft, die denkbar schlechteste Lösung ist, findet sich nahezu immer eine der obigen Lösungsvarianten. Jede führt in Einzelfällen zu guten und sogar optimalen Ergebnissen. Wenn es, jedoch, wie in Unternehmen darum geht, nachhaltig optimale Entscheidungen zu treffen haben alle signifikante Schwächen.

  1. Die richtige Zugehörigkeit garantiert noch nicht das richtige Wissen. Hinzu kommt dass bei der Zugehörigkeitsvariante das Wissen oft sehr einseitig ist. Hier stimmt tatsächlich das Sprichwort von den "vielen Köchen" die den "Brei" verderben.
  2. Wir kennen alle die großen Expertenrunden, die lange tagen und am Ende nur einen Kompromiss auf der Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners zuwege bringen.
  3. Schon besser. In der Regel werden hier die richtigen Experten hinzugezogen. Bedenklich ist nur, dass das Ergebnis am Ende durch den "Filter" derjenigen geht, die mangels ausreichender Expertise die Arbeitsgruppen hinzugezogen haben.
  4. Die schiere Menge des Internet Wissens sollte zwar auf jeden Fall reichen. Leider gibt es für das Internet-Angebot keine Qualitäts-Instanz die "gutem" Wissen automatisch den Stempel "approved" mitgibt.
  5. Diese Variante funktioniert fast immer. Leider lässt sich ein Entscheidungsprozess selten so zergliedern, dass alle wichtigen Fragen in Form von "Publikumsfragen" beantwortet werden können.
 Logische Konsequenz

Für nachhaltig optimale Entscheidungsprozesse gibt es daher eine streng logische Konsequenz.

  1. bei komplexen Sachverhalten mehr Wissen hinzu zu ziehen ist richtig.
  2. Bei der Auswahl der Wissensträger darf nur Qualifikation und Kompetenz ausschlaggebend sein, alle anderen Faktoren müssen ausscheiden.
  3. Die Anzahl an Wissensträgern darf nicht zu klein sein - zu wenig Wissen - und nicht zu gross - zu viel Zeitaufwand für Koordination.
  4. Das Team an Wissensträgern muss heterogen sein. Zu einseitiges Wissen schafft Redundanzen keine zusätzliche Qualität.